28.10.2014

Von: JM

Stellungnahme des OV Heidesheim zur Neuaufstellung des Regionalplanes Rheinhessen-Nahe, im Anhörverfahren nach § 10 Abs. 1 Landesplanungsgesetz (LPIG) Rheinland-Pfalz

  1. Es wird die zu kurze Frist der Offenlage bemängelt. Es wird eine Verlängerung bis Ende des Jahres 2014 gefordert. Begründung: Durch die Komplexität des Planes ist eine ausreichende Beteiligung der Bürger und der politischen Gremien nicht gewährleistet.
  1. Mangelnde Qualität des Planentwurfes
    Das Basis-Kartenmaterial ist veraltet und in vielen Punkten fehlerhaft. Wir schlagen vor, als Basis aktuelle Messtisch-Blätter zu verwenden.
  1. Allgemeine Grundsätze und Zielvorgaben aus dem LEP IV werden in den konkreten Ausweisungen und Zielen nicht entsprochen, z. B. eine Dezentralisierung des Planungsraumes wird zwar allgemein angestrebt, in den konkreten Vorgaben ist aber die Zentralisierung auf das Oberzentrum Mainz verwirklicht.
  1. In Teilen sind die Herleitungen der Ziele nicht nachvollziehbar. Es bleibt unklar, ob der Ist-Zustand, Planungsziele des LEP IV oder eigene Planungsansätze der Regionalplanung dargestellt werden. Siehe z. B. Karten Kapitel II

 

Ortsgemeinde Heidesheim

 

  1. Heidesheim wird in der Kategorie „hochverdichtete Bereiche“ dargestellt. Während der Raum Ingelheim z. B. nur als „verdichtetet Bereich“ dargestellt wird. Dies führt zu falschen Kennzahlen und Vorgaben für den Bereich Heidesheim.
  1. Heidesheim wird die Funktion „W“ = Wohnen zugeteilt. Planerische Ziele müssen realistisch sein. In Heidesheim wurden die verfügbaren Wohnbauflächen in den letzten Jahren zu Bauflächen. Es fehlt die entsprechende Flächenverfügbarkeit – wir fordern, die Funktion „Wohnen“ für Heidesheim herauszunehmen.
  1. Auch für zusätzliche Gewerbeflächen sind keine Flächen in Heidesheim verfügbar. Dies wurde im bestehenden Raumordnungsplan aus dem Jahr 2004 unter Punkt 2.2.2.3.  „Z2“ bereits festgestellt. Es ist nicht ersichtlich, wo seither zusätzliche Flächen geschaffen worden sind.
  1. Wegfall von Vorrangflächen für die Landwirtschaft
    Nachdem bereits durch das Flurbereinigungsverfahren „Polder Ingelheim“ ein erheblicher Teil der kleinparzelligen Kulturlandschaft im Heidesheimer Rheintal zerstört wurde, sollte nun verstärkt mit entsprechenden Ausweisungen diese erhaltenswerte Kulturlandschaft gestärkt werden. Wir fordern die bestehende landwirtschaftliche Vorrangfläche, wenn nicht wichtige Naturschutzziele dem entgegenstehen, wieder aufzunehmen.
  1. Grünzäsur
    Wir fordern entsprechend II.3.2 „Z59“ die Erweiterung der Grünzäsur zwischen Heidesheim und Wackernheim um das Gebiet der „Sommeraue“. Siehe hierzu auch die Bodenordnungsmaßnahmen erosionsgefährdete Flächen, S. 36, „Z55“.

 

Weitere Anregungen zum vorgelegten Planentwurf für Heidesheim

 

  1. Keine Ausweisung von Mischbauflächen, Gewerbeflächen zwischen Autobahn und Bahngleise westlich der Heidenfahrtstraße. Begründung: der Bereich ist verkehrlich nicht erschlossen und von der Bodenstruktur problematisch.
  1. Keine Ausweisung von Siedlungsfläche vom „Am Dimberg“, wegen der direkten Angrenzung an Naturschutzgebiete. Es handelt sich um ein Hangrutschungsgebiet.
  1. Gemischte Baufläche „Östlicher Ortseingang“, Heidesheim
    Es grenzt hier direkt ein Vogelschutzgebiet an. (Brutstätte des Wiedehopfes)
  1. Gemeinbedarfsfläche Sportplatz
    Soll nur den tatsächlichen Sportbereich umfassen. Keine Ausweisung als Siedlungsfläche.
  1. Keine Änderung zum Bereich „Camping Blauer See“. Die bestehende Bebauung des Gebietes erfolgte ohne Genehmigung. Es existiert weiterhin kein Abwasserkanal.
  1. Freizeitgelände „IBM“
    Die vorgesehene Grünzäsur für das IBM-Freizeitgelände wird begrüßt. Die bisherige Sonderregelung „Freizeitgelände“ (laut Flächennutzungsplan) soll aufgehoben werden.
  1. Die Festlegungen zur „Sandmühle“ werden begrüßt. Keine Neubauten, sondern nur Bestandsschutz im Bereich „Sandmühle“. Begründung: siehe östlicher Ortseingang.

 

 

Heidesheim, 20. Oktober 2014

 

Kategorien:Heidesheim
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