29.02.2020

Begehung der Ingelheimer Allmendfelder

Auf Einladung von Walter Luser (Grüne), Kreistagsmitglied und stellvertretender Ortsvorsteher in Heidesheim, trafen sich Vertreter von BUND, Naturschutzgruppe Ingelheim, Rheinische Naturschutzgruppe. GNOR, dem Naturschutzverein Heidesheim, Landwirte, Imker und Mitglieder der Ingelheimer Stadtratsfraktionen zu einer Begehung der Allmendflächen auf dem Mainzer Berg.

Bisher waren die städtischen Allmendfelder an Landwirte verpachtet, aber die Verträge sind ausgelaufen, und es stellt sich die Frage, wie die 80 ha große Fläche zukünftig am nachhaltigsten genutzt werden kann.

Die Teilnehmer der Begehung diskutierten während des zweistündigen Rundgangs verschiedene Möglichkeiten. Die Ideen dafür sind vielfältig: Der NSGI empfiehlt die Anpflanzung von hochstämmigen Obstbäumen, vorzugsweise mit vom Aussterben bedrohten Sorten. Dies würde sich gut mit anderen Maßnahmen kombinieren lassen und ins heimische Landschaftsbild passen. Ein „Obstlehrpfad“ entlang der Wege mit Kennzeichnung der alten Obstbäume könnte zur Weiterbildung und Naherholung genutzt werden.

Der Ackerbau mit Humusaufbau zur Stärkung der Landwirtschaft, von der Stiftung „Lebensraum“ am 13.02. im WBZ vorgestellt, ist zwar eine arbeitsintensive, aber nachhaltige Nutzung der Flächen. Er dient der Bodenverbesserung ohne Mineraldüngereinsatz und lässt sich gut mit Naturschutzmaßnahmen wie Heckenstreifen kombinieren. Zur Diskussion stand auch die Wiederbewaldung mit überwiegend, zum Standort passenden, Eichen oder ein eingezäuntes, sich selbst überlassenes Teilgebiet (Urwald). Beide Maßnahmen haben eine hohe CO²-Bindung, aber die Vorteile des Eichenwalds wie seine Funktion zur Erholung, ausgeglichener Temperatur und verbesserten Wasserhaushalt wurde von Florian Diehl, Förster des Ingelheimer Stadtwaldes, überzeugend dargestellt.

Eine andere Möglichkeit zur Nutzung der Allmendflächen ist das Aufstellen von aufgeständerten Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung. Diese können mit Ackerbau und Beweidung, besonders mit Schafen, genutzt werden. PV-Anlagen beeinträchtigen aber den Boden und die Natur. Die landwirtschaftliche Nutzung unter den Anlagen ist schwierig, die Erschließung und das Aufständern teuer. Durch das Aufstellen der Bauwerke wird das Landschaftsbild beeinträchtigt und geht für die Naherholung verloren.

Von den Naturschutzorganisationen kam die Idee die Felder gegen die Flächen angrenzender Naturschutzgebiete zu tauschen, um diese dann ökologisch aufzuwerten. Das würde diesen Flächen zwar ökologisch nutzen, aber nicht den Allmendfeldern. Durch fachgerechte Pflege der Flächen könnten Blühwiesen entstehen. Diese Maßnahme lässt sich gut mit anderen kombinieren und wirkt sich positiv auf die Artenvielfalt aus. Am Ende der Veranstaltung waren sich die Teilnehmer einig: Diese Begehung war informativ, sehr interessant und für die Diskussion über die ökologisch beste Nutzung der Allmendfelder wichtig.

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